Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn

Keine B 303 neu durch das Fichtelgebirge!

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Das Bundesamt für Naturschutz macht gute Arbeit. Eine zierliche Fledermaus mit Namen "Kleine Hufeisennase" erhitzt momentan viele Gemüter in Dresden. Ein Vorkommen dieser Fledermaus im Gebiete des Weltkulturerbes Dresdner Elbtal führte am 9. August 2007 zum Erlass eines vorläufigen Baustopps für die geplante Waldschlößchenbrücke, sehr zur Freude eines Teils der Dresdener Bürgerinnen und Bürger, aber zum Ärger für andere, vor allen auch Planern und einigen Politikern. Das Verwaltungsgericht Dresden kritisierte eine nicht ausreichende naturschutzrechtliche Prüfung der Bauauswirkungen auf die bedrohte Fledermausart. "Man muss sich nicht wundern, dass Gerichte einschreiten, wenn Planungen so nachlässig durchgeführt werden", so der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz, Vogtmann. "Auch beim Weiterbau der Autobahn A 44 bei Hessisch-Lichtenau stoppten die Gerichte das Land Hessen, weil dieses die gesetzlichen vorgeschriebenen naturschutzfachlichen Belange vor Baubeginn nicht hinreichend geprüft hatte", sagte Vogtmann.

Natürlich besteht jetzt die Gefahr, dass der Naturschutz wieder einmal fälschlicherweise in die Rolle des Bremsers des wirtschaftlichen Fortschritts gedrängt wird. Aber der Naturschutz bedroht keine Bauprojekte. Dies tun nur nachlässig durchgeführte Planungen. Wie es besser geht haben Recherchen des Bundesamtes für Naturschutz gerade am Beispiel des häufig als "Jobkiller" bezeichneten Feldhamsters gezeigt: Seit 1998 sind vom Bundesamt für Naturschutz bundesweit 24 Bauvorhaben registriert worden, in denen der Feldhamster eine Rolle spielte. In gerade einmal einem Fall einem Fall (Golfplatz beim hessischen Ockerstadt) wurde die Planung durch den Regierungspräsidenten Darmstadt gestoppt. Die anderen 23 Fälle konnten unter verschiedenen Auflagen gemeinsam mit den Naturschutzbehörden realisiert werden. Das Fazit von Herrn Vogtmann: "Sorgfältig planen und miteinander reden führt zu guten Lösungen. Wenn die Bagger schon rollen, dann ist es zu spät und kostet meistens nachher nur viel Geld."

Der Naturschutz sei kein Sündenbock, meint Vogtmann; sondern Opfer und er sei auch nicht an den wirtschaftlichen Problemen des Landes schuld. "Ganz im Gegenteil: In vielen Bereichen ist der Naturschutz Motor einer nachhaltigen Regionalentwicklung, so zum Beispiel in der heimischen Tourismusbranche oder im Ökolandbau", sagte Vogtmann. Nach Ansicht des BfN-Präsidenten dürfe die Bewahrung des Naturerbes in konjunkturellen Spitzenzeiten keine "Schönwetter-Aufgabe" sein. Vielmehr müssten die natürlichen Lebensgrundlagen gerade im Interesse zukünftiger Generationen erhalten werden.

Das sieht die absolute Mehrheit der deutschen Bevölkerung genauso. Eine Umfrage ergab, dass 92 % der Deutschen dem Natur- und Umweltschutz einen sehr hohen Stellenwert beimessen. Besonders werden Maßnahmen gegen das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten als bedeutsamstes Naturschutzziel befürwortet. "Wir sollten dieses eindeutige Votum verantwortlich wahrnehmen und weiter nach intelligenten Lösungen suchen, Ökologie und Ökonomie miteinander zu verbinden, statt Mensch und Natur gegeneinander auszuspielen", so der BfN-Präsident.

Hintergrundinformation: Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros)

Diese Fledermaus ist die kleinste europäische Rhinolophus-Art. Ihr Nasenblatt weist einen keilförmigen Sattel auf und hat dieser Art den Namen Hufeisennase verschafft. Ihre Oberseite ist graubraun ohne rötlichen Ton, die Unterseite grau bis grauweiß. Die kleine Hufeisennase ist etwa 40 Millimeter lang und hat eine Spannweite von maximal 250 Millimetern und ist damit deutlich kleiner als die große Hufeisennase. Diese Fledermaus ernährt sich vor allem von kleinen Insekten wie Käfern, Fliegen und Nachtfaltern.

Der Lebensraum dieser Fledermaus erstreckt sich vom südlichen bis mittleren Europa, Nord- und Ostafrika und dem Vorderen Orient bis Kaschmir. Da sie Wärme liebende Tiere sind, lassen sie sich in nördlichen Gebieten gerne in Dachböden, in der Nähe eines Kamins und in Heizungskellern nieder. Durch den Einsatz von Pestiziden und die Einschränkung ihres Lebensraums sind die Bestände dieser Art in dem 20. Jahrhundert stark zurückgegangen. Die kleine Hufeisennase ist in Deutschland und der Schweiz eine vom Aussterben bedrohte Art. In der Bundesrepublik wird sie durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und die FFH-Richtlinie streng geschützt.

Der Inhalt dieses Hinweises stammt aus dem Bundesamt für Naturschutz:

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Unsere Arbeit gegen die Fichtelgebirgsautobahn sehen wir in einem ganz ähnlichen Kontext. Unser Fichtelgebirge ist ein wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Wir sollten es nicht durch eine Autobahn ruinieren. Besser als Herr Vogtmann kann man auch die Verbindung zu den Vorwürfen hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes nicht ausdrücken. Naturschutz ist die Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung, und nicht deren Hemmschuh.

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24.09.2017, 05:16 Uhr

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