Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn

Keine B 303 neu durch das Fichtelgebirge!

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Darstellung der Situation

Die Verkehrsstärkenkarte der Straßenverkehrszählung 2000 (eine neuere Karte liegt nicht vor) zeigt die wichtigsten Verbindungsstraßen im Fichtelgebirge. Als nördliche Umfahrungsmöglichkeit besteht die B 289. Im Süden kann das Fichtelgebirge auf der B 299 und der B 22 umgangen werden. Zentral durch das Fichtelgebirge verläuft die B 303. Alle nachgeordneten Staats- und Kreisstraßen sind von weit untergeordneter Bedeutung. Die Tabelle gibt die Verkehrsstärken, die bei der Straßenverkehrszählung 2005 an den Minima der Verkehrsstärke für alle Fahrzeuge bei den drei Bundesstraßen ermittelt wurden.

Straße

Zählstelle

DTV (alle Kfz)

Veränderung
rel. 2000

DTV (SV)

SV-Anteil

B289

5737/9106

4183

-5 %

325

8 %

B303

5939/9145

6057

15 %

1372

23 %

B22

6138/9103

4136

-14 %

449

11 %

DTV := Durchschnittlicher Täglicher Verkehr; SV := Schwerverkehr

Die dominierende Ost-West- Verbindung durch das Fichtelgebirge - speziell in punkto Schwerverkehr (Lkw > 3,5 t) - stellt die B 303 dar. Alle anderen Verbindungen sind von weit untergeordneter Bedeutung. Im wesentlichen beschränken sich die statistischen Werte daher auf die B 303, und hier nur auf jenen Abschnitt auf dem sie mit der Europastraße E48 identisch ist.

Die aussagekräftigsten Zahlen liefern die Straßenverkehrszählungen 1990, 1993, 1995, 2000 und 2005, da sie ein Profil des Verkehrs entlang des Verlaufs der Strecke liefern. Die Daten wurden den Berichten der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe Verkehrstechnik, V19 (BAST 1995a), V24 (BAST 1995b) und V42 (BAST 1997), V101 (BAST 2003).Für die Straßenverkehrszählung 2005 wurden neue aktualisierte Daten auf den WWW-Seiten der Bundesanstalt für Straßenwesen veröffentlicht (BAST 2007). Um in etwa die geographische Lage der Zählstellen zu verdeutlichen wurde ein Ausschnitt aus der Karte der “Zählstellen auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen” beigefügt (BAST 2003). Im Jahr 2005 wurde am Grenzübergang Schirnding eine neue Zählstelle mit der Nummer 5939/9170 bei Straßenkilometer 88 eingerichtet, deren Lage mit jener der Automatischen Dauerzählstelle identisch ist. Diese Zählstelle ist auf der Karte von 2003 natürlich nicht eingezeichnet.

Zusammenfassung

Im hohen Fichtelgebirge an der Zählstelle 9145 liegen heute die Zahlen des Durchschnittlichen Täglichen Verkehrs (DTV-Werte) etwa bei den Werten des Jahres 1985; an nahezu allen anderen Zählstellen liegen die DTV-Werte, zum Teil erheblich, unter den Zahlen von 1993. In diesem Jahr war die Verkehrsstärke auf der B 303 maximal.

Die DTV-Werte des Schwerverkehrs liegen östlich der Zählstelle bei Tröstau erheblich über den Werten von 2000. Westlich davon liegen sie - mit Ausnahme der Zählstellen, die 2005 im Baustellenbereich Birnstengel - Karches lagen, nur geringfügig oberhalb der Werte des Jahres 2000. Dies ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund der Tatsache, dass das Transportaufkommen im Straßengüterverkehr zwischen Deutschland und den Ost-Europäischen Ländern stark zugenommen hat. Da nach der Fertigstellung der durchgehenden Autobahnverbindung Nürnberg - Prag, der A6, eine weitere Entlastung auf der B303 zu erwarten ist, kann aus den Verkehrszahlen kein Bedarf für eine autobahnähnliche Verkehrsverbindung durch das Fichtelgebirge abgeleitet werden.

Auskunft über die Verkehrslage an den drei Hochfränkischen Grenzübergängen zur Tschechischen Republik geben die Zahlen der Polizeidirektion Niederbayern/Oberpfalz, die jährlich veröffentlicht werden. Hier beobachtet man zwar seit 1998 lokale Verschiebungen zwischen den Übergängen, die Gesamtzahlen sind jedoch konstant geblieben. Lediglich beim Schwerverkehr - der in den Gesamtzahlen bereits enthalten ist und im Wesentlichen über den Grenzübergang Schirnding abgewickelt wird - stellt man zwischen 1998 und 2005 einen Anstieg um 50% fest.

Nur ein geringer Teil der bei Schirnding nach Deutschland einfahrenden Lkw quert jedoch das Fichtelgebirge auf der B 303. Dies wird deutlich, wenn man den zeitlichen Verlauf der Verkehrsstärke an der Zählstelle 9101, westlich von Bischofgrün betrachtet. Hier hat der Gesamtverkehr stark abgenommen, während die Zahl der täglich durchfahrenden Lkw zwischen 1998 und 2005 lediglich um 13% angestiegen ist (siehe Diagramm unten).

Die Lage der Automatischen Dauerzählstelle (ADZ) bei Bischofgrün wurde in den Jahren 2004 und 2005 falsch veröffentlicht. Statt bei Straßenkilometer 41,2 liegt die Zählstelle bei Straßenkilometer 45,8 und damit im gleichen Straßenabschnitt wie die Zählstelle 5936/9102 der Straßenverkehrszählungen (SVZ). Die Werte der Dauerzählstelle stimmen sehr gut mit den Werten der Verkehrszählung überein. Sie zeigen seit 1993 zeigen eine Abnahme des Verkehrs aller Fahrzeuge um 25% . In den Jahren 2004 bis 2006 lag die Verkehrsstärke auf der B 303 bei konstant etwa 6000 Fahrzeugen pro Tag, Einem Wert wie er bereits vor der Grenzöffnung im Jahr 1985 als auch nach der Grenzöffnung im Jahr 1990 im Scheitelpunkt der B 303 gezählt wurde (5800 Fahrzeuge pro Tag).

An der Zählstelle 9102 wurden wegen deren Lage im Baustellenbereich im Jahr 2005 keine Zahlen für den Schwerverkehr ermittelt. Das Diagramm zeigt allerdings, dass vor der EU-Osterweiterung der Schwerverkehr bei etwa 1000 Fahzeugen pro Tag lag und nach der EU-Osterweiterung etwa konstant bei knapp 1400 Fahrzeugen pro Tag liegt.

Quellen

  • BAST 1995a: ““Straßenverkehrszählung 1990 - Ergebnisse für Bundesfernstraßen”, Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen V19.
  • BAST 1995b: “ “Straßenverkehrszählung 1993 - Ergebnisse für Bundesfernstraßen”, Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen V24.
  • BAST 1997: “Straßenverkehrszählung 1995 - Ergebnisse für Bundesfernstraßen”, Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen V47.
  • BAST 2003: “Straßenverkehrszählung 2000 - Ergebnisse”, Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen V101.
  • BAST 2007: (Stand 02.04.2007)
    http://www.bast.de/cln_005/nn_42248/DE/Statistik/Verkehrsdaten/verkehrsdaten-node.html?__nnn=true

PDF-Dateien

Aktualisierung im August 2008

Stand August 2008: Die Quelle der Monatszahlen ist im Titel der Diagramme ersichtlich.

Man sieht einen jährlichen Verlauf, der von einer leichten Abnahme der verkehrszahlen überlagert ist. Es ist deutlich, dass der Verkehr insgesamt - auch der Schwerlastverkehr! - abnimmt. Unserer Meinung nach ist dies darauf zurückzuführen, dass sich die Preise langsam angleichen. Die "Fidschimärkte" werden weniger, und es lohnt sich fast nicht mehr, zum Tanken nach Tschechien zu fahren.



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26.06.2017, 15:42 Uhr

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